Erstaunliche Klassenbildung

Erstaunliche Klassenbildung

Die Plätze für Schulanfänger sind knapp. Aus dem Bereich Kreuzviertel gibt es noch etwa 20 schulpflichtige Kinder, die noch keinen Platz haben. Die Martin-Luther-Schule im Kreuzviertel hat noch Platz, darf aber nicht mehr Schüler aufnehmen. Warum?

Im Kreuzviertel sind, wie berichtet, die Plätze für Schulanfänger knapp. Neben Kreuz- und Dreifaltigkeitsschule ist auch die zuletzt weniger nachgefragte Martin-Luther-Schule an der Coerdestraße ausgebucht. Doch die Grundschule, die Platz für jeweils zwei Klassen pro Jahrgang hat, nimmt im Sommer nur eine Klasse auf. Eine große Klasse mit 29 Kindern, erklärt die Schulpflegschaftsvorsitzende Dr. Ines Kallis, die sich über die Situation im Viertel sehr wundert. Die Martin-Luther-Schule habe von der Schulaufsicht die Weisung erhalten, keine weitere Klasse zu bilden.

Konfession wichtiger als Geschwistern
Nun gibt es noch etwa 20 in diesem Jahr schulpflichtige Kinder aus dem Bereich Kreuzviertel, die noch nicht angemeldet sind, und hier noch keinen Platz haben. Schulamtsleiter Klaus Ehling betont, dass im Grundsatz im Kreuzviertel genügend Schulplätze für die dort lebenden Kinder vorhanden sind. Das Problem: Eltern aus Kinderhaus oder Nienberge meldeten ihre Kinder an der Kreuzschule an.

Die katholische Grundschule musste 20 Kinder abweisen. Weil die Konfession laut Rechtsprechung nun vorrangiges Auswahlkriterium sei, gehen auch evangelische oder konfessionslose Kinder, deren Geschwister bereits die Kreuzschule besuchen, dort leer aus, berichten Eltern aus dem Kreuzviertel. Auch die ebenfalls katholische Dreifaltigkeitsschule am Friesenring musste im Zuge des mehrstufigen Anmeldeverfahrens an die zehn Kinder abweisen.

Zu wenige Schüler für zwei Klassen
Am von der Stadt festgesetzten Stichtag für die letzten Anmeldungen Mitte März habe es an der Martin-Luther-Schule aber nur insgesamt 30 Anmeldungen gegeben, sagt Klaus Ehling. Dies seien nach den Richtlinien zu wenige, um zwei Klassen zu bilden. Er weist auch auf die von der Bezirksregierung festgesetzte sogenannte kommunale Klassenrichtzahl hin. Sie richtet sich nach der Gesamtzahl der angehenden Erstklässler und der von der Stadt vorgeschriebenen maximalen Zügigkeit der Schulen. Danach darf die Stadt nun nicht an besonders nachgefragten Schulen noch zusätzliche Klassen eröffnen, selbst wenn Räume vorhanden wären.

Die Schulleiterin der Martin-Luther-Schule wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Ines Kallis wundert sich weiterhin: Als die Elternschaft die Initiative gestartet habe, den Schulhof der Martin-Luther-Schule zu renovieren, habe das städtische Schulamt Einhalt geboten. Das Argument: Die Schule werde eventuell dreizügig ausgebaut . . .

[WN, Von Karin Völker]

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